Besserer Sex

Handjob: So legst du gekonnt Hand an

Ein Handjob ist mehr als Auf und Ab. Mit genug Gleitgel, wechselnden Griffen und einem Tempo, das sich aufbaut, wird aus der vermeintlichen Notlösung eine eigene Technik. Dieser Ratgeber zeigt zehn Griffe, erklärt, welches Gleitmittel wann passt und wie du seinen Körper liest, und er sagt auch, was die Forschung zum Hinauszögern des Orgasmus wirklich zeigt und was nicht. Wir schreiben von „ihm“, die Griffe gelten aber für jede Person mit Penis.

Von der erotischen Redaktion · Aktualisiert: November 2026 · 8 Min. Lesezeit

Der wichtigste Griff: Frag ihn

Der beste Tipp ist auch der einfachste. Penisse und Vorlieben sind verschieden, und am meisten über seinen Penis weiß er selbst. Frag, ob er dir zeigt, wie er es beim Masturbieren macht: Griff, Druck und Tempo. Vielen gefällt es, wenn du ihnen dabei zusiehst, und du lernst so schnell mehr als durch viel Herumprobieren.

Du kannst auch deine Hand um seine legen und ihn kurz führen lassen. Achte darauf, wo sein Daumen liegt, wie fest er zugreift und was er tut, wenn er sich dem Orgasmus nähert. Über Sex und Vorlieben zu reden, ist nicht immer leicht. Fang mit einfachen Fragen an: Fester oder lockerer? Schneller oder langsamer? Wie fühlt es sich am Hodensack an?

Eine Hand hält eine geschälte Banane
Wie viel Druck passt, ist von Mann zu Mann sehr verschieden. Frag ihn, wie er selbst greift.

Warum der Handjob unterschätzt wird

Viele sehen im Handjob eine Notlösung oder den kleinen Bruder des Blowjobs. Dabei kann die Hand etwas, was der Mund nur schwer schafft: Sie hält einen genauen Druck, wechselt schnell den Griff, erreicht Hodensack und Damm gleichzeitig und ermüdet nicht so schnell wie der Kiefer. Monoton wird es erst, wenn die Bewegung immer dieselbe bleibt.

Ein Handjob lässt sich auch leicht kombinieren: mit Küssen, mit Blicken, als Einstieg in den Blowjob, mit einer erotischen Massage davor oder als Finale danach.

Zehn Griffe für den Handjob

Wechsle ruhig, aber nicht ständig. Hast du einen Griff gefunden, der ihm gefällt, bleib eine Weile dabei.

Der Klassiker

Die ganze Hand um den Schaft, gleichmäßig auf und ab. Daran ist nichts falsch. Das ist die Grundlage für alles andere und der Griff, zu dem du zurückkehren kannst, wenn er kurz vor dem Orgasmus ist.

Die Drehung

Drehe die Hand leicht, als würdest du einen Deckel abschrauben, während sie über die Eichel gleitet, und zurück auf dem Weg nach unten.

Zwei Hände im Wechsel

Lass die Hände abwechselnd den Schaft hinaufgleiten. Die eine beginnt, wenn die andere loslässt. Das fühlt sich wie eine lange Bewegung an.

Der Ring am Eichelrand

Bilde mit Daumen und Zeigefinger einen Ring und lass ihn über den Eichelrand gleiten. Das ist intensiv und passt gut, wenn er schon erregt ist.

Der Daumen am Frenulum

Halte den Schaft und streiche mit dem Daumen in kleinen Kreisen über das Frenulum an der Unterseite. Vielen Männern gefällt das sehr.

Die Handfläche über der Eichel

Eine Hand hält den Schaft, die andere Handfläche kreist langsam über die Eichel, mit viel Gleitgel. Die Eichel ist für viele sehr empfindlich, also frag vorher und taste dich vor. Trocken tut das schnell weh.

Der Hodensack

Halte den Hodensack in der freien Hand, streichle ihn oder ziehe ihn sanft nach unten. Drück nie auf die Hoden. Das passt gut zum Klassiker.

Der Damm

Drück mit zwei Fingern ruhig und pulsierend auf die Haut zwischen Hodensack und After. Manche Männer mögen das sehr. Wer mehr will, findet es im Ratgeber zur Prostatamassage.

Er übernimmt die Arbeit

Halte die Hände still um den Penis und lass ihn die Hüfte bewegen. Er bestimmt Tempo und Intensität, und du siehst, was er mag.

Pause und Necken

Lass kurz ganz los und streichle Oberschenkel oder Bauch, bevor du wieder zugreifst. Das hält die Spannung. Mit der freien Hand kannst du auch die Brust streicheln, wenn ihm das gefällt.

Gleitmittel: Was passt wozu?

Ein trockener Handjob reibt schnell und tut irgendwann weh. Mit Gleitmittel kann die Hand frei gleiten und variieren. Wärme es kurz in der Hand an, bevor du ihn berührst. Das sind die Möglichkeiten:

MittelStärkeDas musst du beachten
Gel auf WasserbasisFür Latexkondome laut Stiftung Warentest am sichersten, schont auch ToysTrocknet nach und nach ein. Ein paar Tropfen Wasser oder Speichel machen es wieder gleitfähig
Gel auf SilikonbasisHält meist länger, gut für einen langen HandjobKann das Material von Toys angreifen. Für Latexkondome nennt Stiftung Warentest Wasserbasis als sicherste Wahl
Öl und LotionGleiten gut auf der HautFetthaltige Mittel wie Vaseline, Massageöl oder Bodylotion zerstören Kondome. Wenn danach ein Kondom zum Einsatz kommt, lass sie weg
SpeichelImmer zur HandTrocknet schnell, eher eine Notlösung

Die Angaben stammen von Stiftung Warentest und der Deutschen Aidshilfe. Eine Auswahl findest du unter Gleitgele und im Kaufberater zu Gleitgelen. Gleitgel bei Orion (Anzeige)

Verschiedene Flaschen mit Gleitgel
Am einfachsten ist ein Gel auf Wasserbasis, weil es zu Latexkondomen und Toys passt.

Wo die Empfindung sitzt

Wo die Griffe am stärksten wirken, zeigt die Zeichnung. Für die meisten liegt das stärkste Gefühl rund um die Eichel, besonders an der Unterseite.

Strichzeichnung eines Penis von der Seite mit Eichel, Eichelrand, Frenulum, Vorhaut, Schaft, Hodensack und Damm
Rund um die Eichel ist es für viele am empfindlichsten. Der Schaft verträgt in der Regel einen festeren Griff.

Mit Vorhaut

Du kannst die Haut über die Eichel auf und ab gleiten lassen. Sie gleitet von selbst mit, und du brauchst weniger Gleitgel. Bei manchen ist die freiliegende Eichel sehr empfindlich, also frag kurz nach.

Beschnitten

Die Eichel liegt immer frei und es gibt keine Haut, die mitgleitet. Gleitgel ist hier fast Pflicht. Sonst wird es schnell zu trocken und reibt.

Tempo und Druck: langsam anfangen

Fang sanfter und langsamer an, als du denkst. Lass ihn in Ruhe erregt werden. Er muss am Anfang nicht einmal erigiert sein: Viele mögen es, gestreichelt zu werden, während der Penis steif wird. Steigere dann Tempo und Druck nach und nach. Ein fester Griff mit schnellen Bewegungen kann vom Start weg unangenehm sein oder wehtun.

Viele Männer sind von der eigenen Hand einen festen Griff gewohnt. Die Hand einer anderen Person fühlt sich aber anders an, und Erwartung und Abwechslung tragen oft mehr bei als Kraft. Exakte Vorgaben gibt es nicht, weil die Vorlieben sehr verschieden sind. Beobachte ihn, und bleib dabei, wenn er langsame, weiche Bewegungen mag.

So liest du seinen Körper

  • Er atmet schneller.
  • Die Hüfte beginnt, sich deiner Hand entgegenzubewegen.
  • Oberschenkel und Bauch spannen sich an.
  • Der Hodensack zieht sich näher an den Körper.

Das sind Hinweise darauf, dass er sich dem Orgasmus nähert. Sie müssen nicht bei jedem gleich aussehen.

Kurz davor: nichts ändern

Das ist ein typischer Fehler. Mach kurz vor dem Orgasmus mit genau demselben Griff und demselben Rhythmus weiter, auch wenn du Lust hast, zuzulegen. Ein Wechsel im letzten Moment kann die Erregung wieder senken. Sagt er „genau so“, dann mach genau das.

Den Orgasmus hinauszögern

Das Prinzip ist einfach: Bring ihn kurz vor den Orgasmus, hör auf, lass die Erregung etwas sinken und fang wieder an. Wiederholt das ein paarmal. Auf Englisch heißt das Edging. Verabredet das vorher und macht aus, dass er „Stopp“ sagt, wenn es ihm zu viel wird. Du hast es zwar in der Hand, aber er bestimmt mit.

Was die Forschung dazu sagt und was nicht.

Das Vorgehen ähnelt der Start-Stopp-Methode, die Männer bei vorzeitigem Samenerguss ausprobieren können. Laut gesundheitsinformation.de deuten einige Studien darauf hin, dass sie die Zeit bis zum Samenerguss nach zwölf Wochen Training um einige Minuten verlängern kann. In diesen Studien wurde sie aber im Rahmen einer Sexualtherapie eingesetzt, und was sie allein bringt, ist unklar. Dass der Orgasmus dadurch stärker wird, berichten manche Männer aus eigener Erfahrung. Studien dazu haben wir nicht gefunden.

Wer gezielt üben möchte, findet mehr im Ratgeber Im Bett länger durchhalten.

Die Augen verbinden

Sieht er nichts, richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf das, was er spürt. Vielen gefällt das, weil sie nicht wissen, was als Nächstes kommt. Das funktioniert nur mit vorheriger Absprache: Er stimmt zu, weiß, dass er die Binde jederzeit abnehmen kann, und ihr habt ein Stoppwort. Mehr Ideen dazu findest du unter Bondage.

Vier Positionen für den Handjob

  • Hinter ihm: Du sitzt hinter ihm und greifst um ihn herum. So hast du denselben Winkel wie er beim Masturbieren, was oft am genauesten ist.
  • Zwischen seinen Beinen: Er liegt auf dem Rücken, du sitzt dazwischen. Beide Hände sind frei, du siehst seine Reaktion und erreichst Hodensack und Damm.
  • Neben ihm: Ihr liegt nebeneinander. Eine Hand ist frei, und ihr könnt euch gleichzeitig küssen.
  • Im Stehen: Er steht, du sitzt oder stehst vor ihm. Das geht schnell und spontan und leitet leicht zum Blowjob über.

Wenn er kommt und danach

Bleib im Rhythmus, solange der Orgasmus dauert, und werde dann langsam. Direkt danach ist die Eichel oft sehr empfindlich, und Weitermachen kann richtig unangenehm sein. Lass also die Eichel los und halte Schaft oder Hodensack sanft, bis er sich beruhigt hat.

Handtuch oder Taschentücher liegen am besten schon bereit. Kommt Sperma auf deine Haut, wasche es ab. Sperma gehört weder ins Auge noch auf offene Hautstellen. Erreger können über verletzte Haut und Schleimhäute in den Körper gelangen, dafür reichen mitunter schon winzige Mengen (LIEBESLEBEN).

Handjob mit Toys

Hilfsmittel sind erlaubt und können für Abwechslung sorgen. Du kontrollierst weiter das Tempo, das Gefühl ist aber ein anderes. Nimm reichlich Gleitgel. Laut Stiftung Warentest kann das Schmerzen und Verletzungen vorbeugen.

Masturbator-Eier der Marke Tenga
Masturbator-Ei Die weiche, dehnbare Hülle wird über den Penis gezogen und von Hand bewegt. Die Innenseite ist gerillt oder genoppt. Geeignet, um auszuprobieren, ob es euch gefällt.
Penis-Sleeve aus weichem Material in Penisform
Penis-Sleeve Eine weiche Hülle in Penisform, die über den Penis gezogen wird. Sie verändert das Gefühl, auch beim Handjob. Ein Sleeve ist kein Verhütungsmittel.

Auch ein Masturbator mit strukturierter Innenseite, zum Beispiel von Fleshlight, ist für die Selbstbefriedigung gedacht. Du kannst ihn aber genauso für ihn führen und so Tempo und Intensität bestimmen.

Mehr dazu steht im Kaufberater zu Masturbatoren und unter Masturbatoren. Teilt ihr Toys, reinigt sie vorher oder zieht ein Kondom darüber, denn manche Erreger werden laut LIEBESLEBEN auch darüber weitergegeben. Auch Penisringe lassen sich gut mit einem Handjob verbinden. Masturbatoren bei Orion (Anzeige)

Fünf Mythen über Handjobs

MythosWas stimmt
Ein Handjob ist nur eine NotlösungDie Hand hält genauen Druck und wechselt schnell den Griff. Das kann der Mund so nicht.
Fester ist besserEin zu fester Griff kann wehtun. Fang sanft an und frag nach.
Er will es immer schnellViele Männer mögen einen langsamen Aufbau. Hohes Tempo vom Start weg kann sogar unangenehm sein.
Speichel reichtSpeichel trocknet schnell. Gleitgel gleitet besser und hält länger.
Man muss ständig den Griff wechselnAbwechslung tut gut, aber kurz vor dem Orgasmus hilft derselbe Griff im selben Rhythmus.

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Häufige Fragen zum Handjob

Wie gibt man einen guten Handjob?

Nimm Gleitgel, fang langsam an, wechsle Griffe und Tempo, und achte auf seine Reaktionen. Frag ihn, wie er es selbst macht, und ändere nichts, wenn er kurz vor dem Orgasmus ist.

Welches Gleitgel eignet sich?

Am einfachsten ist Gel auf Wasserbasis, es passt zu Latexkondomen und Toys. Silikongel hält meist länger, kann aber Toys angreifen. Fetthaltige Mittel zerstören Latexkondome.

Wo ist der Penis am empfindlichsten?

Bei vielen rund um die Eichel, besonders an Eichelrand und Frenulum, dem Bändchen an der Unterseite.

Wie fest soll man zugreifen?

Das ist sehr verschieden. Fang sanft an und frag. Viele Männer greifen selbst fest zu. Halte den Griff aber gleichmäßig, damit nichts kneift.

Was tun, wenn er kurz vor dem Orgasmus ist?

Mach mit demselben Griff und Rhythmus weiter. Danach wirst du langsamer, denn die Eichel ist oft sehr empfindlich.

Was ist Edging?

Du bringst ihn kurz vor den Orgasmus, hörst auf und fängst wieder an, mehrmals hintereinander. Das ähnelt der Start-Stopp-Methode. Ob der Orgasmus dadurch stärker wird, ist Erfahrungssache, Studien dazu haben wir nicht gefunden.

Muss er vorher erigiert sein?

Nein. Viele mögen es, gestreichelt zu werden, während der Penis steif wird.

Kann man sich beim Handjob anstecken?

Ganz ausschließen lässt es sich nicht. Bei Kontakt mit Herpes-Bläschen, Feigwarzen oder Syphilis-Geschwüren kann eine Übertragung leicht passieren, und manche Erreger gehen über Finger und Hände auf Schleimhäute über. Berühre solche Stellen nicht, und wasche dir danach die Hände (LIEBESLEBEN).

Quellen

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